Historisches

Aus dem Vereinsleben der letzten fast 100 Jahre

-Auszüge aus der Festschrift zum  75-jährigem  Jubiläum

Der Sport ist zu einem wesentlichen Faktor im öffentlichen Leben geworden, aus dem er nicht mehr wegzudenken ist. Der Staat hat die Bedeutung des Sports für die Erziehung der Jugend und die Förderung der Gesundheit frühzeitig erkannt und dementsprechend erhebliche Mittel zur Förderung des Sports zur Verfügung gestellt. In Stadt und Land entstanden Sportplätze, Turnhallen und Schwimmhallen. Damit wurden die Voraussetzungen für die Pflege des Amateursports geschaffen. Für die heutige Zeit mutet es geradezu unvorstellbar an, daß ein königlich preußisches Dekret aus dem Jahre 1820 jegliche sportliche Betätigung untersagte und die Vernichtung der für diesen Zweck entstandenen Anlagen anordnete. Zwangsläufige Entwicklungen lassen sich jedoch durch staatliche Verbote auf die Dauer nicht aufhalten. Der Sport war Lebensnotwendigkeit geworden. Sein Siegeszug ließ sich wohl verlangsamen, konnte aber nicht mehr unterdrückt werden. Als 20 Jahre später das staatliche Verbot aufgehoben wurde, war der sportliche Wille durch die wirtschaftliche Notlage der damaligen Jahre zwangsläufig gehemmt. Erst als in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts die Industrialisierung begann, folgte ihr in gleichem Schritt die Sportbewegung. Sie konzentrierte sich zunächst auf die Städte, doch um die Jahrhundertwende entstanden auch in unserem Kreisgebiet die ersten Sportvereine. Immerhin sollten noch 20 Jahre ins Land gehen, bis man auch in unserer Gemeinde zur Gründung des Sportvereins schritt. Natürlich hatte die Oppendorfer Jugend bis zu diesem Zeitpunkt Sport getrieben. In der Schule wurde geturnt und Schlagball gespielt, vor allem erfreute sich die damalige Dorfjugend am „Kullern schloan“. Ein Lehrer dieser Schule, Ludwig Dietrich, wurde in Oppendorf wie in so vielen anderen Orten der eigentliche Gründer des Sportvereins. Kurz nach dem 1. Weltkrieg kam er im Alter von 22 Jahren nach Oppendorf. Als begeisterter Anhänger des Sportes, er selbst spielte damals aktiv Fußball im Verein „Union Herford“, wusste er die Oppendorfer für den Sport zu begeistern. Auf dem Oppendorfer Schützenfest des Jahres 1920 fassten dann Gleichgesinnte den Entschluss, in der Gemeinde einen Sportverein zu gründen. So wurde am 9. Juli 1920 zur Gründungsversammlung in die Gastwirtschaft Bosse-Klinge eingeladen. 20 interessierte Sportfreunde waren damals zugegen. Nach der Vereinsgründung war die Begeisterung groß. Schon am nächsten Sonntag wurde trainiert. Aber wo? Einen Sportplatz hatte man noch nicht. Meiers Fritz wußte Rat: „Wie goaht up usen Stockoart!“ (eine Weide bei Tiemann 60). Gesagt, getan. Einfache Stöcke wurden mangels richtiger Tore in die Erde gesteckt und es wurde fleißig trainiert. Für Bälle sorgte „Luden“ Dietrich aus den Beständen von Union“Herford.

Die Ballfrage war überhaupt eine sehr heikle, denn Bälle kosten Geld, und davon war in den Jahren nach dem Weltkrieg, und auch später, nie viel vorhanden. Der Verschleiß an Bällen war aber groß, dauernd flogen sie in den Stacheldraht der Wieseneinzäunungen und waren kaputt. Das wieder zum Ärger für den sehr pflichtbewußten Gerätewart Karl Kokemoor 67, der sein Ballmaterial hütete wie seinen Augapfel. So bedurfte es manchmal schon einiger Überredungskunst, damit der gute Karl überhaupt einen Ball herausgab. Fußballschuhe hatte man damals natürlich auch noch nicht. Da behalf man sich eben mit abgeschnittenen Militärstiefeln und Stiefeletten mit „harter Kappe“.

Wenn es dann manchmal blaue Flecke gab, weil man statt des Balles das Bein des Gegners getroffen hatte, tat das der Freude am Spiel keinen Abbruch. Sportzeug hatte man natürlich auch nicht. Da wurden Vaters oder des „großen Bruders“ ausrangierte „lange Hosen“ ge- nommen, entsprechend gekürzt und schon war man sportlich gekleidet. Alle diese Mängel und Unzulänglichkeiten lassen erkennen, wie groß der Enthusiasmus der Gründer und ihrer Nachfolger gewesen sein muß, und mit welcher Lust und Freude sie an ihrem geliebten Fußballsport hingen. Trainiert hatte man in den ersten Wochen genug! Manche Schuhsohle war dabei weggeflogen. Nun sah man dem ersten Freundschaftsspiel gegen Twiehausen „up Spreens Stroat“ entgegen. „Luden“ Dietrich hatte dafür sogar Trikots von seinem Klub „Union“ Herford be- sorgt. Man spielte in blauen  Hemden mit gelbem Kragen und gelben Ärmelaufschlägen.

Als man später finanziell besser gestellt war, wurden „Schwarz-Weiß“ die Oppendorfer Vereinsfarben und sind es bis auf den heutigen Tag geblieben. Als man zum ersten Freundschaftsspiel hinauszog, marschierte „Hottken“ Heinrich mit Kapelle und Knüppelchor voran, dahinter die eigene Mannschaft in genauer Mannschaftsaufstellung, der Gegner ebenso, durch das Dorf. Dabei wurde abwechselnd auch tüchtig gesungen. Als dann noch dieses erste Spiel 1:0 von den Oppendorfern gewonnen wurde, war die Freude groß. Daß der Sieg entsprechend gefeiert wurde, versteht sich am Rande. Zu den Gegenspielen mußte man natürlich auch die fremden Sportplätze aufsuchen. Dabei zeigte es sich, daß die Oppendorfer auch fleißige Wanderer oder Radfahrer waren. Zu Fuß ging es beispielsweise nach Stelle, hin und zurück natürlich. Oder man bediente sich zu zweit eines Fahrrades, dabei kam der zweite Mann entweder auf die Rahmenstange oder stehenderweise auf den „Pinn“. Gelegentlich wurden auch Kutschwagen genommen. 

Fritz Bosse war einer der guten Geister und die Stütze des Oppendorfer Sportvereinslebens. Als Lehrer Dietrich den Vorsitz des Vereins aufgeben mußte, weil er selbst noch aktiv in Herford spielte, übernahm Fritz Bosse die Vereinsführung bis 1921. Als sich nach Kriegsende 1945 die Sportbegeisterten in Oppendorf wieder regten, war es erneut Fritz Bosse, der auf der ersten Mitgliederversammlung am 5. Dezember 1945 den 1.Vorsitzendenposten übernahm und den Verein einer gesunden Entwicklung entgegenführte. Für die Öffentlichkeit wird ein Sportverein zwar durch seine Aktiven vertreten, doch liegt die Lenkung, Planung und Beratung in den Händen seines Vorstandes. Ihm anzugehören erfordert viel Idealismus und manches Opfer an Arbeit, Zeit und Geld. Mit Dank oder Anerkennung brauchen seine Mitglieder nicht zu rechnen, für sie ist es Lohn genug, wenn die gesteckten Ziele erreicht, der Jugend die Möglichkeit zur Ausübung des Sports und damit der Gesunderhaltung des Körpers gegeben wird.

Um so anerkennenswerter ist es, wenn sich in Oppendorf immer wieder verantwortungsbewußte Männer und Frauen fanden, die die schwere Arbeit auf sich nahmen und damit die Voraussetzungen für das Weiterbestehen des Vereins schufen Aber nun wieder einen Sprung zurück in die Zeit der Gründung, als man sich 1921 anschickte, in Oppendorf das erste Sportfest vorzubereiten und durchzuführen. Es wurde auf einem früheren Heidegrundstück von Bohne Nr. 4 in der Osterheide gefeiert. In mühevoller Arbeit mußte der Platz aber erst von den Mitgliedern in freiwilliger Arbeitsleistung hergerichtet werden. Sprengmeister Karl Röhling 58 jagte die Baumstubben aus der Erde, dann wurde gekarrt und planiert. Zum Fest, das sehr umsichtig vorbereitet wurde, war alles bestens bestellt. Das Sportfest war mit einem Vierkampf (100-m-Lauf, Stabhochsprung, Speerwerfen, Schleuderballwurf), verbunden. Aufgebaut waren die Oppenweher Zelte, Karussells, Kuchenbuden, und auch der früher auf keiner Kirmes fehlende „Haut den Lukas“ war vorhanden. Zuschauer- und besuchermäßig hat man in Oppendorf nicht wieder so ein Fest feiern können. Die Zelte waren so voll, daß nur in Gruppen - „Solo haulen“ nannte man es früher - getanzt werden konnte. Auch bei den Wettkämpfen gingen die Zuschauer mit und feuerten die Sportler an. Da hatte sich Heinrich Meier 73 für den 800-m-Lauf gemeldet. Er war ganz gut über die Strecke ge- kommen, nur die letzten hundert Meter fielen ihm schwer. Da stand seine Mutter aber an der Laufstrecke und feuerte ihren Heinrich an: „Junge laup, Junge laup...“. Heinrich erreichte tatsächlich das Ziel ... und fiel um. Ihm war die Puste ausgegangen. In den ersten Jahren nach der Gründung wurde auch das Volkslied gepflegt und bei allen Anlässen fröhlich gesungen. Auf Wanderungen und Fahrten lernten die Sportler Land und Leute der engeren Heimat kennen und erlebten die Schönheit der Natur. So startete man im Jahre 1922 zu einem größeren Ausflug nach dem Steinhuder Meer. Diese Fahrt wurde mit einem offenen Lastwagen von der Ziegelei Detering in Rahden gemacht. Es war damals der erste Lastwagen überhaupt in der hiesigen Gegend. Der hatte noch Vollgummireifen und Kettenantrieb. Maschinenwagen und Anhänger waren vollbesetzt mit unternehmungslustigen Oppendorfer Sportlern. Der Lastwagen wirbelte bei den damaligen Straßen einen solchen Staub auf, daß man sich bald auf dem Wagen nicht mehr wiedererkannte. Außerdem wurden alle so durchgerüttelt, daß man bald nicht mehr sitzen konnte. Dennoch war die Stimmung prächtig und man hat gerade diesen Ausflug in guter Erinnerung behalten. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Vereinsleben sehr positiv. Im Jahre 1923 schloß sich der Verein dem Stemwederberg-Verband an, der dem Huntegau angehörte. In diesem Verband spielte unsere 1. Fußballmannschaft schon bald eine gute Rolle. Das Vereinsleben gestaltete sich überhaupt in diesen Jahren sehr vielseitig. Neben dem Fußballspielen wurde Handball, Faustball und auch Leichtathletik betrieben. An den Meisterschaftsspielen im Faustball beteiligte sich unsere Mannschaft in Diepholz, Brockum und Bohmte mit viel Erfolg. An den Verbandssportfesten beteiligten sich unsere Turner, so waren es vor allem Fritz Henke, Wilhelm Bosse und Wilhelm Wellmann 94, die oft als Sieger mit Eichenlaubkränzen geschmückt nach Oppendorf zurückkamen. Im Jahre 1928 beteiligten sich unsere Läufer an der Olympia-Stafette, die das olympische Feuer damals nach Amsterdam zu bringen hatte. Dabei waren die Oppendorfer Läufer auf der B 51 eingesetzt. Sie übernahmen die olympische Fackel in Reiningen und trugen diese im Lauf bis nach Ostercappeln - für die beteiligten Läufer eine unvergeßliche Erinnerung an die Olympiade 1928 in Amsterdam.
In guter Form zeigte sich unsere Fußballmannschaft im Jahr 1931/32. Man errang die Meisterschaft im Stemwederberg-Verband und traf dann auf den Meister des Huntegaues, Schwaförden, in Sulingen. Nach einer 3:0 Führung unserer Mannschaft ging das Spiel doch noch mit 5:3 verloren. Stolz durfte man trotzdem auf die hervorragende Leistung sein. Ein Jahr später wurde auch eine Damenabteilung gegründet, die den Handballsport betrieb. Überhaupt waren die Mädchen damals sehr an dem Oppendorfer Sportverein interessiert und begleiteten die Mannschaften zu ihren Auswärtsspielen mit ihren Fahrrädern. Auch legte man großen Wert auf die Pflege deutschen Volkstums. Volkslied, Volkstanz und Laienspiel wurden regelmäßig geübt und bei den Festen und Feiern des Vereins unter großer öffentlicher Anteilnahme aufgeführt. Hermann Engelbrecht widmete sich dieser Aufgabe, mit der Laienspielgruppe für ernste und fröhliche Unterhaltung zu sorgen, mit sehr viel Erfolg. Wenn Hermann Engelbrecht von den Brettern, die die Welt bedeuten, schon lange Abschied genommen hat, so sind doch viele seiner mit der Theatergruppe gestalteten Spiele noch heute in bester Erinnerung, so besonders das Stück „Kolberg“, welches auf allen Bühnen der Nachbargemeinden und sogar in Lemförde, Rahden und Lübbecke aufgeführt wurde. 

Für die Pflege des Volksliedes setzte sich Gustav Beckmann, damals als junger Lehrer, besonders mit einem gemischten Chor ein, den er als Dirigent leitete. Neben dem Sport hatten somit das Volkslied und das Laienspiel in Oppendorf eine Pflegestätte gefunden. Die dama- lige Vereinsführung sah das Fußballspiel und das Turnen als Teil einer großen Erziehungsaufgabe an. Diesen Männern kam es nicht nur auf höchste körperliche Leistungsfähigkeit und äußere Erfolge in Wettkämpfen an, ihnen lag vielmehr auch die Bildung einer geistig und seelisch gesunden und innerlich frohen Jugend am Herzen. Als Sportplatz und Übungsstätten standen dem Verein gepachtete Wiesen und Weiden auf den heimatlichen Gefilden zur Verfügung. Als das Sportgelände in der Osterheide gekündigt und umgepflügt wurde, stand der Verein eine Zeitlang ohne Sportplatz da. Man wandte sich an die Gemeinde und beantragte die Erstellung eines gemeindeeigenen Sportgeländes. Die Gemeinde konnte sich dem allgemeinen Zuge der Zeit nicht widersetzen. So ging man ge- meinsam Anfang der dreißiger Jahre an die Herrichtung des heutigen Sportplatzes. Da war harte Arbeit zu leisten, die in schöner Gemeinschafts von Männern des Sport- und Schützenvereins mit der Gemeinde getan wurde. Da mußte der Kiefernbestand gerodet und ein Sandhügel beseitigt werden. 10 000 Kubikmeter Boden wurden bewegt, zum Teil von Wehdem herangefahren und einplaniert. Zur Einsaat des Rasens mußte jedes Mitglied einen Sack Heusamen mitbringen. Schwierigkeiten bereitete auch die Aufstellung des über 100 Zentner schweren Findlings auf dem Sportplatz, der aus der Oppenweher Sandgrube bei Kuhlmann stammt. Mit einem schweren, eisenbereiften Wagen der Firma Heit-Kolbus aus Rahden, der von sechs Pferden gezogen wurde, transportierte man den Koloß unter vielen Mühen nach Oppendorf. Fritz Röhling überwachte den Transport. Er brachte den Stein ohne Unfälle an Ort und Stelle. Unter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung konnte dann der neue Sportplatz, der damals schon mit Sitzbänken ausgestattet wurde, als „Hindenburg-Platz“ eingeweiht werden. Die Weiherede hielt Lehrer Karl Meier 73. 

Auf dem Platz richtete der TuS Oppendorf dann auch das große Turn- und Sportverbandsfest des Stemwederberg-Verbandes aus, das auf dem neuen Platz einen glanzvollen Verlauf nahm. In den folgenden Jahren gab es ganz besonders in der Fußballmannschaft durch Zugang von einigen guten Spielern aus dem RAD-Lager Oppenwehe einen enormen Aufschwung. Die spielerischen Höhepunkte und Glanzzeiten der 1. Mannschaft lagen in den Jahren 1934/35. Auf dem Sportfest in Dielingen wurde 1934 der Pokal gewonnen, der noch heute den Trophäenschrank des Vereins schmückt. Große Erfolge gab es dann im gleichen Jahr, als die 1. Mannschaft an den Pokalspielen des Westdeutschen Fußballverbandes so erfolgreich teilnahm. Mannschaften wie Bünde 08, Tura Löhne und Minden 05 wurden von der Oppendorfer Mannschaft ausgebootet. Es war schon eine kleine Sensation, daß ein so kleiner Dorfverein wie Oppendorf sich in dieser Po- kalrunde so weit nach vorn schieben konnte. Vor großer Zuschauerkulisse verlor man dann in dieser Pokalrunde gegen Union Herford mit 2:1. Als der Zweite Weltkrieg hereinbrach, wurde das sportliche Leben im Verein von Anfang an gelähmt und lag in den letzten Kriegsjahren ganz darnieder. Wenn man bedenkt, daß zahlreiche Mitglieder gefallen oder vermißt sind, und viele Sportler mit schweren Körperschäden oder erst nach langer Gefangenschaft in die Heimat zurückkehrten, dann wird klar, wie große Lücken dieser Krieg riß und welchen Rückschlag er für den Verein bedeutete. Nach dem Zusammenbruch wurde 1945 der TuS Oppendorf wieder ins Leben gerufen. Der Sportbetrieb lebte nur langsam auf. Kein Wunder, denn in den ersten Jahren nach diesem Krieg stand der Kampf um das tägliche Brot im Vordergrund. Eine weitere Erschwernis, unter der fast alle Sportvereine in Deutschland litten und die sich noch viele Jahre auswirken sollte, war es, die geeigneten Männer für die Führung des Vereins zu finden. Dennoch gelang es in Oppendorf immer, verantwortungsbewußte Männer zu finden, die sich für das Weiterbestehen des Vereins einsetzten. In den Jahren nach der Währungsreform war die 1. Mannschaft noch einmal das Glanzstück des Vereins. Der TuS Oppendorf war in dieser Zeit ein weit über die örtlichen Grenzen gefürchteter Gegner. In den folgenden Jahren trug besonders die gute Jugendarbeit ihre Früchte. Die Oppendor- fer Jugendmannschaft holte 1953/54 die Vizemeisterschaft des Kreises Lübbecke. In dieser Zeit wurden die Jugendspiele zum Höhepunkt der Sportfeste. In bester Erinnerung sind noch die Spiele der 1. Jugendmannschaft gegen den Niedersachsenmeister Eintracht Osnabrück. Zweimal, in Osnabrück und in Oppendorf, wurde gegen die Mannschaft mit 2:1 Toren ge- wonnen. Im Jahre 1955/56 gelang der 1. Mannschaft die Erringung der Kreismeisterschaft der 2. Kreisklasse und damit der Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Aber in der nächsten Saison fiel die Mannschaft zurück und mußte wieder absteigen. Die Meisterschaftsrunde 1957/58 brachte dann erneut den Aufstieg. Zur Belohnung machte die 1. Mannschaft dann gemeinsam eine Hollandfahrt mit der 1. Jugendmannschaft nach Neuvenne bei Amsterdam. Hier wurden freundschaftliche Kontakte mit unseren holländischen Sportfreunden aufgenommen, beson- ders zu den Freunden des holländischen Vereins Hoopdorf, die mehrfach in Oppendorf zu Gegenbesuchen waren.

Aus dem früheren Stemwederberg-Verband, der dem Huntegau zugehörte, entwickelte sich auf Initiative des langjährigen und um den Verein hochverdienten 1. Vorsitzenden, August Fortmann, der Stemwederberg-Pokalverband, der am 18. 2. 1960 im Oppendorfer Vereins- lokal Bosse gegründet wurde. Aus Anlaß seines 40jährigen Bestehens stiftete der TuS Oppendorf einen Pokal, der in einem Wettbewerb alljährlich wieder von Sportvereinen rings um den Stemweder Berg, nämlich den Sportvereinen aus Dielingen, Lemförde und Oppendorf, dem TSV Brockum, dem FC Oppenwehe, den TuS Stemwede und dem TuS Levern ausgespielt wird. Um auch dem Nach- wuchs einen Anreiz zu geben, spielen die Jugend- und Schülermannschaften der genannten Vereine jeweils um Pokal und Wimpel. Diese von August Fortmann ins Leben gerufenen Pokalspiele haben sich in den zurückliegenden Jahren ausgezeichnet bewährt. Die Spiele finden nicht nur großes Interesse bei den Zuschauern sondern sind auch aus dem sportlichen Leben der Vereine um den Berg nicht mehr wegzudenken. Sie vertiefen über die Landesgrenzen hinweg die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Vereinen und führen zu immer besseren Kontakten. In den Jahren nach dem 40jährigen Bestehen ging man an den weiteren Ausbau des Sportplatzes. Bereits im Jahre 1953 war der alte Schießstand am Sportplatz in freiwilliger Arbeitsleistung zu einer Umkleidehalle umgebaut worden. Im Jahre 1961 wurde der Platz in West-Ost-Richtung gelegt und auf die vorgeschriebene Größe von 105 Metern Länge und 75 Meter Breite gebracht. 1964 wurde das Sportheim am Platz mit Umkleideräumen, Schießhalle und Einliegerwohnung errichtet. 1966 schließlich wurde die gesamte Sportplatzanlage mit dem Sportheim, dem Schießstand und den Umkleideräumen seiner Bestimmung übergeben. Dazu wurde auch der Findling umgestellt und erhielt den jetzigen Standort. Die Einweihung der Sportplatzanlage wurde im festlichen Rahmen vorgenommen, dabei waren holländische Mannschaften in Oppendorf zu Gast. Im Jahre 1970 feierte man das 50-jährige Bestehen des Vereins. Die Jubiläumsfeierlichkei- ten, die vom 12. bis 14. Juni stattfanden, wurden zum Höhepunkt in der Vereinsgeschichte Auf dem Veranstaltungprogramm der drei Tage standen verschiedene Pokalturniere der Senioren sowie der Jugend. Die Jugendarbeit war immer ein Hauptanliegen im Vereinsleben. Sie wurde besonders unter dem langjährigen Vorsitzenden August Fortmann und Kurt Jahnke gefördert, der es in seiner Eigenschaft als Lehrer der Oppendorfer Schule immer wieder schaffte die Kinder im frühen Alter an den Fußballsport heranzuführen. 1971 gehörten der Jugendabteilung rund 70 aktive Sportler an. In 1972 wurde am Sportplatz eine Flutlichtanlage installiert, womit ein langgehegter Wunsch der Vereinsmitglieder in Erfüllung ging. In Eigenleistung halfen die Sportfreunde bei der Fertigstellung der Fundamente mit. Die neue Flutlichtanlage spornte unsere Fußballer so dermaßen an, daß die 1. Mannschaft im folgenden Jahr in die Kreisliga B und die A-Jugend in die Leistungsklasse aufstieg. Die Pflege des Platzes war auf dem sandigen Boden immer ein Problem. 1986 wurde für den Sportplatz eine Beregnungsanlage angeschafft, was sich schnell zum Vorteil auf die Platzbeschaffenheit auswirkte. 1982 wurde der kleine Sportplatz, für Trainingszwecke und Jugendspiele gedacht, seiner Bestimmung übergeben.

In der Generalversammlung 1973 wurde erstmals der Wunsch nach Gründung einer Damenriege laut. Es dauerte aber bis zum Jahre 1978 ehe unter Leitung von Gabriela Detert eine Damenturngruppe gebildet wurde, der zunächst nur wenige Mitglieder angehörten. Die in der Oppenweher Turnhalle durchgeführten Turn- und Gymnastikabende fanden Zuspruch, so daß die Mitgliederzahl ständig zunahm. Heute gehören rund 35 Frauen der Turn- und Gymnastikgruppe an. Der Damenfußball fand auch in Oppendorf zunehmend Interesse. 1983 wurde die Gründung einer Mannschaft beschlossen, die ein Jahr später bei einem Pokalturnier für Damenmannschaften in Levern ihren ersten Pokal holte. Höhepunkt im Leben der bis 1990 bestehenden Damenmannschaft war am 19. Dezember 1984 im Rahmen der DFB-Pokalspiele das Spiel gegen den Bezirksligistenersten „Arminia“ Bielefeld. Lange Zeit konnten unsere Damen dem Beziksligisten Paroli bieten, erst als die „Puste“ in der letzten halben Stunde ausging, bekam Arminia Oberwasser und gewann das Spiel dann doch noch recht deutlich mit 8:1 Toren. 1984 wurde im Verein das Mutter- und Kind-Turnen unter der Leitung von Annegret Möller ins Leben gerufen. Die Treffen finden zusammen mit dem FC Oppenwehe wöchentlich in der Oppenweher Turnhalle statt. Durch die Schließung der Grundschule in Oppendorf wurde es immer schwieriger im Jugendbereich genügend Nachwuchs zu werben, so wurde 1978 eine Zusammenarbeit mit dem FC Oppenwehe angestrebt, die (bis heute) erfolgreich in die Tat umgesetzt wurde. Bei den Senioren entwickelte sich ein Spielerstamm, der über viele Jahre aktiv Fußball spielte.Seit 1984 findet auch während des Sportfestes das inzwischen zu einer festen Tradition gewordene Elfmeterschießen für die örtlichen Vereine statt, wozu der TuS den Pokal stiftete. Dieses Elfmeterschießen trägt immer zur Auflockerung des ernsten sportlichen Wettstreits bei. Ebenso sind die Kinderspiele, die seit 1989 von der Damenturngruppe organisiert wer- den nicht mehr aus dem Programm des alljährlichen Sportfestes wegzudenken. 1991 führte der TuS erstmals einen Familienwandertag durch, an dem sich 42 Erwachsene und 21 Kinder beteiligten. Der Erfolg ermutigte die Akteure, diesen Wandertag zu einer festen Einrichtung im Vereinsleben zu machen. Im Juni 1991 wurde auch der neue Jugendraum am Sportplatz seiner Bestimmung überge- ben. Die Alten-Herren gewannen den Stemwederberg-Pokal.

Die letzten Jahre waren aus sportlicher Sicht durch Auf- und Abstieg der 1. Seniorenmannschaft gekennzeichnet. Zum Ende der Spielserie 1994 konnte der in 1993 geschaffte Wiederaufstieg in die Kreisliga B erst durch ein Entscheidungsspiel erhalten werden.Es wurden Umkleide- und Duschräume für Schiedsrichter erstellt sowie die Mannschafts- Umkleide- und Duschräume gründlich renoviert. Sämtliche Arbeiten wurden in Eigenleistung erstellt. Aufgrund der angespannten Haushaltslage konnte uns die Gemeinde lediglich hinsichtlich der Materialbeschaffung unterstützen. Mit Lust und Freude soll der Sport betrieben werden, wobei die Leistung des Besseren zu akzeptieren ist und zum Nachstreben auffordert. Gerade in einem ehrenvollen und würdigen Verlierer zeigt sich die lobenswerte sportliche Haltung. Die Jugend zum Sport führen, den Erwachsenen den Sport erhalten und stets Möglichkeiten bieten Ihren Sport ausführen zu können, das ist die Aufgabe, die sich der Turn- und Sport- verein Oppendorf stellt, durch die er in seinem kleinen örtlichen Bereich beitragen will zum Wohle des Ganzen.

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